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Marktwirtschaft ArtikelMarktwirtschaft ist ein Sammelbegriff für verschiedene Wirtschaftssysteme, denen gemeinsam ist, dass Güter auf einem Markt getauscht werden. Das Angebot von Waren wird durch deren Nachfrage geregelt und umgekehrt. Produktion wie Konsumtion von Gütern wird letztlich über einen Markt gesteuert.
Marktwirtschaft grenzt sich damit von der Subsistenzwirtschaft ab (Produktion ca. für den eigenen Bedarf, Konsumtion der selber erzeugten Produkte), und zu dem anderen von der Planwirtschaft (Produktion wie Konsumtion werden zentral geplant).
Markt- wie Planwirtschaft sind Organisationsformen für eine arbeitsteilige Wirtschaft, bei der die "Teilnehmer" aus eigenem Interesse zusammenfinden, um die produzierten Güter unter vorgegebenen Normen zu übertragen.
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Schumpeter unterscheidet zwei Erscheinungsformen der Marktwirtschaft: die Kreislauf-Marktwirtschaft und die kapitalistische Entwicklung.
Buch-Tipp: Bildung. Ein Essay Bildung zwischen Gesellschaft und Schulalltag Bildung ist zur Zeit wieder ein viel diskutierter Begriff. Von Hentig versucht diesen Tatbestand, den gesellschaftlichen bzw. politischen Einfluss, darzustellen. Für ihn spielen andere Wege zu dem unterrichtlichen Alltag eine große Rolle. Er zeigt jedoch auch neben seiner Kritik an der Bildungspolitik... |
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Bei der freien Marktwirtschaft, deren Prinzip von Adam Smith entwickelt wurde, bestimmen lediglich Angebot und Nachfrage die Wirtschaftstätigkeiten. Gesellschaftliche beziehungsweise staatliche Eingriffe, bei der Angebot und Nachfrage gewissen Regeln unterworfen werden, finden nicht statt. Die freie Marktwirtschaft existiert in ihrer reinen Form ca. in der Theorie. In der Praxis zeigt sich die Notwendigkeit gesellschaftliche Regeln einzuführen. Unterschiede in Kenntnis, Wissen und Fähigkeiten bei den Marktteilnehmern führen ohne Regelungen zur Deformation der Marktwirschaft (Monopole ); externe Faktoren, zu dem Beispiel verschmutzte Luft, werden am Markt nicht berücksichtigt (ökologische Marktwirtschaft ); in der Zukunft sich auswirkende Handlungen werden nicht ausgeführt (warum soll ich einen Baum pflanzen, der erst in 100 Jahren auf den Markt gebracht werden kann) (Nachhaltigkeit).
Schon Jeremy Bentham und seine Nachfolger haben solche Einschränkungen erkannt. Der an sich liberal eingestellte Utilitarist Bentham entwickelte aus sozialen Gründen den felicific calculus. Diese Philosophie beruht auf der Grundlage, dass das größte zu erreichende Gut dasjenige wäre, welches zu dem "größtmöglichen Glück für die größtmögliche Zahl" führt (greatest happiness for the greatest number). Der praxisnahe Sozialreformer schränkte allerdings später das zweite Prinzip zu dem greatest happiness principle ein. Es hat Ähnlichkeiten mit heutigen Encounter-Leitlinien der sozialen Interaktion.
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Zur Abgrenzung einer sozialverantwortlichen Form des Kapitalismus von seiner reinen Ausprägung wurde 1947 der Begriff soziale Marktwirtschaft geprägt. Die Ökonomie der BRD wird diesem Begriff zugeordnet. Unter Einbindung des Umweltschutzes prägten Josef Riegler und andere um 1986 den Begriff ökosoziale Marktwirtschaft - zwar noch wenig gebräuchlich, aber in seinen Inhalten als Leitlinie anerkannt.
Die soziale Marktwirtschaft (auch "Rheinischer Kapitalismus") wurde in den 1950er Jahren von Konrad Adenauer als Alternative zur damaligen Mehrheitsmeinung der CDU-Mitglieder, doch insbesondere zum von der SPD geforderten Sozialismus entworfen. Gleichzeitig wurde er auch in anderen Staaten entwickelt. Wichtige Schritte in Österreich waren beispielsweise Kartellverbote und Gesetze gegen unlauteren Wettbewerb.
Um 1960 war die zunächst heftige Kritik an der sozialen Marktwirtschaft versiegt. Die Marktwirtschaft hatte ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt, und die Devise "Wohlstand für alle" von Wirtschaftsminister Ludwig Erhard schien keine Utopie mehr zu sein: Das enorme Wirtschaftswachstum der fünfziger Jahre ermöglichte zugleich die Eingliederung der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen und den Ausbau der Sozialpolitik. Doch das nächste heiße Thema wartete schon: der (teilweise oder vermeintliche) Widerspruch zwischen Familien- und Frauenpolitik . Zumindest meinten Ende 1963 über 62 Prozent der Deutschen, es ginge ihnen im Moment am besten.Geistige Väter der Idee waren Franz Oppenheimer und nachdem Zweiten Weltkrieg Alfred Müller-Armack sowie der erste Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard. Während Armack eher der "Denker" war, musste Erhard innerhalb und außerhalb seiner eigenen Partei, der CDU, jahrelang für die Umsetzung der Idee einer nicht staatlich gelenkten Allokation von Waren und Dienstleistungen kämpfen - obwohl anfangs längst nicht alle Preise auf einmal freigegeben worden sind. Erhard hat die Idee der Marktwirtschaft insbesondere in seinem Werk 'Wohlstand für alle' propagiert.Karl von Vogelsang (1818 - 1890) hat als einer der wichtigsten
Sozialreformer der Gründerzeit die christliche Soziallehre geprägt, während fast gleichzeitig die sozialistische Bewegung den "Dritten Weg" zwischen Kapitalismus und Kommunismus entwickelte (erste Parteigründungen England 1883 Hyndman, Deutsches Reich Bebel und Liebknecht 1869/75).
Ansätze der sozialen Marktwirtschaft gehen auf den Kathedersozialismus (siehe Verein für Socialpolitik und Historische Schule ) zurück.
Wesentliche Namen sind Adolph Wagner , Gustav von Schmoller und
besonders Lujo Brentano, sowie außerhalb dieser direkten Tradition
Wilhelm Röpke.
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Interpretation von "sozial" | |
Das Adjektiv "sozial" wurde und wird unterschiedlich interpretiert:
Erhard ging - ganz in dem Sinne von Adam Smith und den Nationalökonomen des 19. Jahrhunderts - davon aus, dass Marktwirtschaft immer sozial wäre, da eigennütziges Handeln des Einzelnen zur Steigerung des Gemeinwohls führe; 'soziale Marktwirtschaft' wäre demnach ein Pleonasmus.
Adenauer ließ aus politischen Gründen den Begriff 'freie
Marktwirtschaft' zugunsten des Begriffs 'soziale Marktwirtschaft' fallen und benützte die Instrumente der Umverteilung (Steuerprogression, Sozialversicherungssystem, Sozialhilfe, sozialer Wohnungsbau ) als Argumente für das 'Soziale' in der bundesdeutschen Wirtschaftsform . So sollte die damals weit verbreitete Forderung nach einer - angeblich sozialeren - "planwirtschaftlichen" Wirtschaftsform (richtiger:
Zentralverwaltungswirtschaft) analog zur DDR) entkräftet werden.
Kritik am Begriff der 'sozialen' Marktwirtschaft übte von
nicht-sozialistischer Seite insbesondere Friedrich A.
Hayek, der vor allem in dem Begriff 'sozialer Rechtsstaat' einen inneren
Widerspruch sah.
Während die Praxis der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland weitgehend unumstritten ist und mit der Sozialstaatsgarantie ihren Niederschlag in dem Grundgesetz gefunden hat, bestehen gravierende Unterschiede in der Auslegung von Begriff und Absichtsetzung einer so benannten Wirtschaftsform. Wiederholt bricht beispielsweise (in Wellen von einigen Jahren) der alte Streit zwischen Monetaristen und Keynesianern auf und findet seinen Niederschlag auch in der Berufung oder Nichtberufung von Wirtschafts-Wissenschaftern in die Kreise der so genannten Wirtschaftsweisen. Neuere Beispiele für solchen Streit sind die keynesianisch begründeten Publikationen und öffentlichen Auftritte des ehemaligen Bundesfinanzministers Oskar Lafontaine.
Wesentlichen Problemfelder der bundesdeutschen
Marktwirtschaft sind derzeit Arbeitslosigkeit, Rentensysteme,
Gesundheitswesen und Ökologie.
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"&. die Angst, daß ich mich verraten könnte und alles das sagen, wovor ich mich fürchte, und die Angst, daß ich nichts sagen könnte, weil alles unsagbar ist, - und die anderen Ängste . . . die Ängste. Ich habe um meine Kindheit gebeten, und sie ist wiedergekommen, und ich fühle, daß sie stets noch so... |
Geschichte der Marktwirtschaft | |
Im Mittelalter hatte sich am Rande einer agrarischen Naturalwirtschaft eine effiziente, regional ausgerichtete Marktwirtschaft entwickelt. Der Austausch der von Handwerkern gefertigten Produkte erfolgte auf einem durch Körperschaften (Zünften, Räten etc.) organisierten und durch persönliche Beziehungen geprägten Markt. Diese Körperschaften »planten« das Marktvolumen, indem sie die Zahl der Produzenten strikt begrenzten. So sollte ein Gleichgewicht von Produktion und Konsumtion gewährleistet werden. Diese Regulation bezog sich auch auf die Produktionsmethoden, Werkzeuge und deren technische Innovation. In dieser regulierten Marktwirtschaft gab es keinerlei Platz für Konkurrenz.
Die heutige kapitalistische Form der Marktwirtschaft entstand zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert. In dem Absolutismus bildete sich ein moderner Territorialstaat heraus, für dessen bürokratische und militärische Bedürfnisse eine Expansion der Geldwirtschaft notwendig wurde. In dem Außenhandel sollten die für den zentralen Staat notwendigen Geldüberschüsse erwirtschaftet werden. Der Merkantilismus versuchte darum die durch Zünfte stark regulierten lokalen Märkte für den entstehenden Weltmarkt aufzulösen. Zunehmend wurden die für lokale Märkte produzierenden Handwerker und Kleinbauern der anonymen Konkurrenz überregionaler, globaler Märkte unterworfen.
Ideologische Grundlage für das heutige Wirtschaftssystem liefert die Theorie von Adam Smith (1723-1790) mit dem Bild von der "unsichtbaren Hand des Marktes", die aus den egoistischen Handlungen des Einzelnen automatisch das Beste für den allgemeinen Wohlstand erzeugen würde. Diese Behauptung wurde seither regelmäßig angezweifelt, doch als Grundlage des kapitalistischen Systems bildet sie das Fundament der heutigen Wirtschafts- und Finanzwissenschaft.
Siehe auch: Marktpreis, Nachhaltigkeit, Liberalismus, Neoliberalismus, sozialliberal, Weltwirtschaftsforum, Werbung, "Dritter Weg ", Jeremy Bentham, Karl Vogelsang , New Deal, Sozialethik, Sozialpolitik, Wirtschaftsstatistik , Konsumentenfreiheit
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